Das Arsenal in Wien

Das Arsenal in Wien 1

Das Arsenal in Wien

Etwa einen Kilometer südöstlich des beliebten Belvedere Schlosses und östlich des Haupt- / Südbahnhofes liegt eines der am besten gehüteten Geheimnisse Wiens – das Arsenal.

Die Geschichte des Arsenals beginnt im Frühling 1848, als sich die österreichische Bevölkerung gegen die autokratische Regierung, geführt von Kanzler Metternich, erhob. Um das rebellische Volk zu beruhigen wurde Metternich vom König ausgetauscht. Als Vorsichtsmaßnahme und aus Angst vor möglichen zukünftigen Unruhen, beschloss die Regierung einen großen Militärkomplex im südlichen Teil von Wien zu errichten. Dieser Arsenal-Komplex wurde 1856 fertiggestellt und im Jahr 1891 wurde das Museum für Militärgeschichte Teil des Komplexes.

Das Museumsgebäude ist das zentrale Gebäude des riesigen Militärkomplexes, das ursprünglich aus 72 Gebäuden bestand, die in der Revolution von 1848 bis 1849 errichtet wurden. In den ersten Jahren seiner Herrschaft war der Bau des Museums das größte Architekturprojekt des jungen Kaisers Franz Josef I. Das großartige Gebäude wurde von dem dänischen Architekten Theophil Hansen entworfen. Zur Zeit des Baus des Museums lag es noch außerhalb des äußeren Verteidigungsrings, 1850 wurde der Bereich zusammen mit den „Favoriten“ jedoch in den Wiener Bereich mit aufgenommen. Hansen hat seinen Plänen ein Gebäude von 235 Metern Länge geplant, mit hervorstehenden Abschnitten und Ecktürmen.

Die Geschichte der Kriegsführung und des Militärs, der Technik und Wissenschaft, Kunst und Architektur verschmelzen in dem Museum für Militärgeschichte. Wenn Sie durch das Museum gehen, werden Sie viel über die Geschichte der österreichischen Armee zu Beginn des 17. Jahrhunderts lernen. In dem Museum befindet sich das Auto in dem sich der Erzherzog Franz Ferdinand befand als in Sarajevo ein Attentat auf ihn ausgeübt wurde. Dieses Ereignis zeichnete den Beginn des Zweiten Weltkrieges aus. Es gibt in dem Museum noch viele weitere Ausstellungsstücke aus dem Zweiten Weltkrieg wie Fahrzeuge, Waffen und riesige Eisenkuppeln die von Granaten zerstört wurden.

Kaisers Franz Joseph beabsichtigte an einem Ort die kaiserliche Waffensammlung darzustellen. Das bezeugt das Innere des Museums für Militärgeschichte, in dem zusammen mit 56 Statuen der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“, wie es in der kaiserlichen Resolution vom 28. Februar 1863 geschrieben steht. Alle Statuen sind aus „Carrara“ Marmor hergestellt und genau 186 Zentimeter hoch. Die Namen und biografischen Daten sind auf Schildern unterhalb der jeweiligen Statue dargestellt. Die Basis der Statuen trägt jeweils einen der 32 Namen der Künstler, die sie kreiert haben, das Datum seiner Aufstellung und den Namen des Sponsors der für die Statue bezahlt hat.

Auch die Treppe ist reich verziert. Weitere vier Statuen der Feldherren sind im Erdgeschoss zu finden. Im Gegensatz zu den Statuen in der Feldherrenhalle sind diese vier Statuen auf bedeutend erhöhter Lage in Nischen an der Wand aufgestellt. Diese Statuen stellen wichtige Personen aus dem revolutionären Jahr 1848 dar, und zwar jene militärischen Führer, die – manchmal sehr blutig – die revolutionären Spannungen in allen Teilen des Reiches im Namen der Habsburger erstickten: Julius von Haynau, Joseph Wenzel Radetzky, Alfred I, Prinz von Windisch-Grätz, und Graf Josip Jelacic von Buzim. Die Treppe ist gekrönt mit einer Gruppe Skulpturen aus allegorischem Marmor, die von Johannes Benk im Jahr 1869 erstellt wurden und den Namen „Österreich“ tragen.

Nicht weniger interessant ist die Architektur des gesamten Komplexes: Eine Mischung aus byzantinischem und gotischem Stil umgeben von riesigen Grünflächen. Der einzige Nachteil liegt darin, dass das Arsenal etwas abgelegen liegt und sich daher selten Touristen auf den Weg in das Museum machen, was vielleicht nicht der Fall wäre, wenn das Museum im Stadtzentrum läge.

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