Der Weg zur Metropole – Die Geschichte Wiens

Der Weg zur Metropole – Die Geschichte Wiens

Der Weg zur Metropole – Die Geschichte Wiens

400 Jahre vor Christus kamen die Kelten, ein Volk mit hoch entwickelter Kultur welches heute noch besondere Bedeutung hat, in das Gebiet des heutigen Wiens. Auf dem Gebiet, das Teile des heutigen Österreichs umfasst gründeten sie ihre Siedlungen und entwickelten eine reiche Kultur. 500 Jahre später kamen die Römer und bauten mehrere Militärlager. Eines davon hieß Vindobona und befand sich auf dem Gebiet des heutigen Wiens. Schon damals vermischte sich die keltische Kultur mit der Kultur der römischen Soldaten, Händler und Handwerker.

Nach dem Abzug der Römer beginnt was in der Geschichte als “die Migration der Völker” bekannt ist. Über die nächsten 500 Jahre hinweg bewegten sich verschiedenen Nationen durch ganz Europa und durch das Gebiet wo sich heute Wien befinden. Die Siedlung auf diesem Gebiet wurde zum ersten Mal im Jahr 881 unter dem Namen “Viena” erwähnt.

Das Jahr 996 wird als Entstehungsjahr Österreichs festgehalten. Unter dem Namen “Ostarrichi” wird das Land zum ersten Mal in den Dokumenten erwähnt. Die Herrscher auf dem Gebiet des heutigen Wiens waren Herzöge, die von der Adelsfamilie Babenbergovaz abstammten, die ihren Wohnsitz im Jahr 1150 nach Wien verlegten. Schließlich bekam Wien also den Rang einer Stadt mit allen damit verbundenen Vorteilen. Ab dem 12. Jahrhundert kam es zu ersten Erweiterung der Stadt. Diese Erweiterung erstreckte sich ungefähr bis zu der heutigen Ringstraße.

Als mittelalterliche Stadt kämpfte Wien mit vielen Problemen wie Pest, Heuschreckenplagen und großen Bränden. Die Flammen zerstörten im Jahr 1326 fast zwei Drittel der Stadt. Es mussten Maßnahmen zur Bekämpfung von Epidemien wie Cholera, Ruhr und Pest genommen werden.

Als Hauptstadt war Wien außerdem Ziel einiger Eroberungskriege von Seiten des sich immer mehr ausbreitenden Osmanischen Reiches. Innerhalb von zwei Jahrhunderten kam es deshalb zu vielen bewaffneten Konflikten die viele Opfer forderten. Wien konnte dank der Vielzahl an Menschen den Angriffen widerstehen und rechtfertigte damit seine Rolle als Grenzbefestigung. Im Jahr 1718 kam es mit der Unterzeichnung des Friedens von Passarowitz zur endgültigen Friedensschließung mit dem Osmanischen Reich. Es folgte eine Zeit der fruchtbaren Geschäftsbeziehungen. Ein Großteil des Handels mit dem Orient lief über Wien. Zu dieser Zeit kam außerdem der erste türkische Gutsbesitzer nach Wien. Die Stadt wurde überflutet mit einer wahren Türkomania. Die Mode “alla Türken” führte dazu, dass keine Wiener Frau ohne Turban, geschmückt mit orientalischen Motiven, das Haus verließ. Sogar die Opern Mozarts wurde mit Turban besucht. Bald wurde eine Orientale Akademie, die heutige diplomatische Akademie, gegründet. Als Pflichtfächer wurden hier die türkische Sprache und Kultur eingeführt.

Das Bild von Wien war im 18. Jahrhundert vom Barock geprägt. Um das Jahr 1700 hatte die Stadt rund 80.000 Einwohner. Es gab bereits zu dieser Zeit die ersten Bauvorlagen damit die neu gebauten Gebäude ins Stadtbild passen würden. Vor allem während der Herrschaft des Kaisers Karl VI und seiner Tochter Erzherzogin Maria Theresia erreichte Wien ihren Höhepunkt in der barocken Baukunst. Maria war ungarische und tschechische Königin und stellt eine der großen königlichen Persönlichkeiten in der österreichischen Geschichte dar.

Für die damaligen Verhältnisse wuchs Wien sehr schnell, so dass Mitte des 18. Jahrhunderts bereits ca. 200.000 Menschen in der Stadt und ihren Vororten. Wien nahm den Platz als viertgrößte Stadt in Europa ein. Die Stadt wurde außerdem zum europäischen Kulturzentrum in dem der 6 Jahre alte Wolfgang Amadeus Mozart im Jahr 1762 vor Maria Theresia musizierte. Die Epoche der Biedermeier ist eine Periode der Kaiserstadt auf die heute noch als die “gute alte Zeit” zurückgeblickt wird, obwohl die Tatsachen dagegen sprechen. Es entwickelte sich die gebildete Mittelschicht die politisch keine Rechte hatte, trotzdem aber den kulturellen Ton der Stadt angab. Die öffentliche Meinung wurde durch die Zensur umfassend kontrolliert. Im Gegensatz zu dem Wunsch nach Unterhaltung, idyllischen Familienleben und Klischees, zeigten sich die ersten Anzeichen für einen zukünftigen Coup. Deshalb wird diese Epoche auch als Vormärzepoche bezeichnet. Dieser Name deutet auf die Revolution im Jahr 1848 hin. Durch die zunehmende Industrie wurden die unteren Schichten der Bevölkerung immer ärmer. Das war eine der Ursachen für die Revolution.

Im Jahr 1848 kommt Kaiser Franz an die Macht. Das Wien des 19. Jahrhunderts erlebte daraufhin einen schnellen Aufstieg. Es begannen die Arbeiten an der Ringstraße bei den vor allem auf die Notwendigkeit für Mobilität geachtet wurde. Die Bevölkerung wuchs schließlich auf etwa 1,3 Millionen. Deutsch war nicht jedermanns Muttersprache, vielmehr wurde Tschechisch gesprochen. Mit dem Wirtschaftswachstum wuchsen auch die Probleme. Den höchsten Preis bezahlte die Arbeiterklasse, die unter sehr schlechten Bedingungen lebte.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ seine Spuren in der Stadt. Mehr als 20 Wohngebäude waren zerstört und die Stadt musste wieder für ein normales Leben hergerichtet werden. Trotz der vielen Geschehnisse schaffte es die Stadt seinen Charakter zu bewahren.

Nach 1945 wurde Wien immer internationaler. Wiens Wirtschaft und Wissenschaft entwickelte sich in die Richtung einer Dienstleistungsgesellschaft und folgte damit dem Trend der internationalen Entwicklung. So wurde Wien zu dem was es heute ist – eine Stadt in der es sich zu leben lohnt.