Luxuriöse Paläste im Barockstil

Luxuriöse Paläste im Barockstil

Schloss Belvedere lautet der Name für den Komplex der Paläste im Barockstil in Wien, die in der Zeit des österreichischen Prinzen Eugen von Savoyen gebaut wurden. Der Komplex liegt im dritten Bezirk in Wien, der auch Landstraße genannt wurde.

Der Komplex liegt südöstlich von der Altstadtmitte (sog. Innenstadt, mit dem Stephansdom, Hofburg. . .), und direkt in der Nachbarschaft liegt Palast Schwarzenberg. Die Paläste Oberes Belvedere und Unteres Belvedere mit dem Park sind eine der schönsten Barockgebilde auf der Welt. Heute ist dieser Komplex das Museum, wo Österreichische Galerie Belvedere wirkt.

Das Schloss Belvedere

Das Schloss Belvedere ist eine der schönsten wienerischen Sehenswürdigkeiten. Es wurde im 18. Jahrhundert als Sommerresidenz des Prinzen Eugen von Savoyen gebaut, welcher der große Oberbefehlshaber war und der am Habsburgerhof diente.

Eigentlich handelt es sich um zwei Paläste – Oberes und Unteres Belvedere (www.belvedere.at). Sie wurden im Barockstil gebaut, und der Architekt war Johann Lucas von Hildebrandt, der ansonsten der Liebling des Prinzen Eugen war.

Unteres Belvedere

Zuerst wurde Unteres Belvedere gebaut, und der Bau dauerte nur vier Jahre, von 1712 bis 1716. Und während das Äußere relativ bescheiden ist, steckt die Schönheit dieses Palast in dem Inneren, wo sich ein paar wirklich interessante Räume befinden.

Der erste Raum unter denen ist der Marmorsaal, der wie ein Symbol der Macht und des Schatzes des Besitzers ist. Der Raum verbreitet sich auf zwei Stöcke, und der ist voll von Stückreliefs und Bildwerken. Interessant sind die Fresken von Martin Almonte, die Eugen als Retter des Christentums zeigen, womit man auf sein Anhalten von Türken im weiteren Drang nach Westeuropa hinweist.

Teil von dem Unteren Belvedere ist auch das Groteskensaal, dessen Wände und Decke völlig im Stil gemalt wurden, der sehr ähnlich dem Stil der Einrichtung der alten römischen Häuser war.

Denkwürdig ist auch das Goldene Zimmer (oder Goldkabinett), das nach der Heirat von Maria Antoinette und Ludwig August (zukünftig Ludwig XVI) eingerichtet wurde. Das Zimmer ist ein richtiges Beispiel des königlichen Luxus, wo sich zahlreiche Spiegel umgebend von Gemälden auf goldenem Grund besonders abheben.

Oberes Belvedere

Ein Jahr nach Bauende des Unteren Belvedere begann der Bau des Oberen Belvedere. Im Unterschied zu dem älteren Gebäude, das auch für Wohnen benutzt wurde, wurde dieser Palast für Vorstellung und Hosting von verschiedenen Veranstaltungen in der Organisation vom Prinzen Eugen benutzt.

Es ist schon beim Eintritt sichtbar, nachdem man in die Sala Terrena eingetreten hat: die schöne Eingangslobby wird von vier mächtigen Atlanten – Säulen dominiert, die als männliche Skulpturen gebaut wurden. Diese Säulen wurden nach dem Atlant genannt, der einer der Titanen war, die aus der griechischen Mythologie stammen und die mit Zeus konfrontierten und nach der Niederlage mussten die als Strafe auf dem Rücken den ganzen Himmel tragen. Die Atlanten wurden in Belvedere gestellt, nachdem die Decke im Winter 1732/1733 einstürzte, die mit Stückdetails geschmückt wurde.

Von der Eingangslobby aus öffnet sich die beeindruckende Prunkstiege, deren Name sie am besten beschreibt. Wände und Gewölben sind mit den Stückdetails geschmückt, und kleine und ausdrucksvolle Skulpturen führen Sie zurück in die Zeit der luxuriösen Veranstaltungen der damaligen gesellschaftlichen Elite.

Oberes Belvedere ist auch die Heimat für einen Teil der Sammlung von Franz Xaver Messerschmidt, der Künstler, der für seinen sog. Charaktergesichter bekannt wurde, genauer gesagt für ausdrucksvolle Büsten, mit denen er eine echte kleine Revolution in der Praxis der Gestaltung von Barockporträten machte, die er auch selbst geschafft hatte. Diese Skulpturen waren manchmal auch grotesk, aber die sind so ausdrucksvoll, dass sie Sie auch zum Lachen bringen können. Von der originellen Sammlung, die 69 Büsten umfasste, gibt es heute 54, von denen in Belvedere 16 Originalbüsten und 13 Gipsfiguren bewahrt werden.

Die Sache, bei der Oberes Belvedere am bekanntesten ist, ist die größte Sammlung Klimts Bilder. Den bekanntesten Maler der Österreichische Sezession kennen heute fast alle, und eben deswegen, weil sein Gemälde „Porträt Adele Bloch Bauer I“ 2006 für die damalige Rekordsumme von 135 Millionen Dollar verkauft wurde und es heute auf der Liste der teuersten Bilder aller Zeiten steht. In Belvedere befinden sich einige der besten Klimts Werke, wie „Der Kuss“ und „Judith“.

Außer Klimts Werken kann man in Belvedere auch die Bilder von jüngeren österreichischen Künstlern sehen, unter welchen sich besonders Egon Schiele und Oskar Kokoschka aufheben.

Belvedere Gärten

Obwohl das Äußere der Paläste attraktiv ist, besonders Oberes Belvedere, sind die Gärten, welche die Schlösse verbinden, diejenigen, die dem ganzen Komplex den besonderen Eindruck und die Schönheit geben.

Eugen von Savoyen ist auf Nummer sicher gegangen und hat Dominique Girard als Architekten ausgewählt, der Schüler von André Le Nôtre war, der als der bekannteste Architekt von Versailles bekannt war.

Das Ergebnis ist der prächtige Barockgarten, voll mit den Skulpturen, unter welchen sich besonders zwei Sphinxe aufheben, die als „Schützerinnen“ des Haupteinganges von der Seite des Gartens in Oberes Belvedere gestellt wurden. Hier sind auch Brunnen dieser spielerischen Kaskade, die zusätzlich der Schönheit Belvedere beitragen.

Von der Spitze des Oberen Belvedere gibt es großartigen Blick auf Wien und auf den Garten selbst und so hat auch das ganze Konzept den Namen bekommen – der schöne Blick – Belvedere.

Belvedere