Der Walzer – Raffinesse, Eleganz und Pracht

Der Walzer

Der Walzer – Raffinesse, Eleganz und Pracht

Wenn man Wien in Zusammenhang mit der Silvesternacht erwähnt verknüpfen die Meisten damit das berühmte Wiener Neujahrskonzert und den Walzer „An der schönen blauen Donau“, der dort traditionell aufgeführt wird. Nirgends sind die Bälle so prachtvoll und romantisch wie in Wien. Das ist auch nicht verwunderlich, da der Walzer in den Wiener Vierteln und der Alpenregion schließlich seinen Ursprung findet.

Um die 400 Bälle finden über den Winter hinweg in Wien statt. Das feierliche Programm ist es was diesen Bällen ihren einzigartigen Charme verleiht. Um zwischen den Adel ein Gleichgewicht zu schaffen, eröffnete Karl Josip II Tanzaufführungen für jedermann in den Festsälen der Hofburg. Die höfischen Sitten dieser Feiern sind bis heute erhalten geblieben. Ein Beweis dafür sind die strenge Kleiderordnung, die Eröffnungsfeier mit dem Klang der Fanfare, der Auftritt der Debütantinnen und Debütanten, der genaue Plan für die Abfolge der Tänze und dem Wechsel der Musik, wie auch der sog. Mitternachtseinlage (meistens Quadrille).

Der Walzer als Paartanz hat nicht immer nur für Begeisterung gesorgt. Im Gegenteil. Er sorgte für Irritierung und bot die Gelegenheit für moralische Verurteilung. Der Wiener Kongress (1814/15), der in Wien einberufen wurde um nach dem napoleonischen Feldzug für eine neue Ordnung in Europa zu sorgen, erklärte den Walzer als manierlicher Tanz. Die Politik war mit den Bällen so stark belastet, das es zu dem berühmten Spruch „Der Kongress tanzt!“ kam.

Die Walzer zum Tanzen wurden Großteils von Josef Landler und Johannes Strauss I + II geschrieben. Die Strauss Dynastie brachte dem Walzer seine nötige Eleganz, Romantik und Leichtigkeit für die er auch heute bekannt ist.

Der schönste Teil des Ballabends ist es, wenn sich die Männer den Damen mit den Worten „Darf ich Sie zum Tanz auffordern?“ zuwenden. Der ganze Saal dreht sich zu den bezaubernden Klängen des Walzers, dem Tanz der verbindet und Freude bringt. Auch die Männer dürfen an einem Teil des Abends erfahren welch ein Gefühl der Zufriedenheit sich einstellt, wenn sie für einen Tanz ausgewählt werden. An diesem Teil des Abends treffen nämlich die Damen die Wahl.

Viele Wiener Bälle werden heute zum Beispiel von Besitzern der Cafés oder Konditoreien organisiert. Der Ball der Restaurantbesitzer verwandelt die Hofburg mit seinem eleganten Programm in eines der festlichsten Restaurants in der Stadt. Auf dem Zuckerbäckerball werden Balletküchlein serviert. Viele betrachten den Ball der Wiener Philharmoniker als den prächtigsten Ball der Saison. Er wird in den Hallen abgehalten in denen jedes Jahr das Neujahrskonzert stattfindet. Der Wiener Opernball findet im Wiener Opernhaus mit dem schönsten Ballsaal statt, ist der Staatsball der Republik Österreich und gleichzeitig Ball der Künstler der Wiener Staatsoper.

Zu guter Schluss lohnt es sich noch etwas über die größten Schätze der klassischen Musik, die schönsten Walzer, die die Epoche kennzeichneten, zu sagen.

Der Maskerade- Walzer, der von A. Chatschaturjan für das gleichnamige Theaterstück des Dichters Mihajla Ljermontova komponiert wurde, besteht aus fünf Stücken, von denen das Bekannteste der Walzer ist.

Pjotr Iljitsch Tschaikowski komponierte den Blumenwalzer als Teil des Balletts „Der Nussknacker“. Das Ballett entstand auf der Grundlage der Arbeit von E.T.A. Hoffmann, „Der Nussknacker und der Mäusekönig“. Die erste Aufführung war in Moskau im Jahre 1892. Die Nussknacker-Suite, die für die Konzertaufführung aus einer Auswahl von 8 Kompositionen aus dem Ballett besteht, erlebte viel größeren Erfolg als das Ballett selbst.